Die Verteidigung der Bachelorarbeit!

Verteidigung der Bachelorarbeit - mündliche Bachelorprüfung
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Die Verteidigung der Bachelorarbeit ist dran. Endlich! Nach wochenlanger Arbeit ist sie endlich fertig. Nach dem Korrekturlesen der Bachelorarbeit steht endlich die Abgabe bevor. Was allein jetzt noch ansteht, ist ein Termin, der viele Studenten oft etwas nervös macht – die Verteidigung der Bachelorarbeit bzw. das Kolloquium.

Viele Fragen sind damit verbunden: Ist die Verteidigung der Bachelorarbeit bzw. das Kolloquium eine verbindliche Pflicht für alle Studierenden? Kann man dabei auf den letzten Metern noch einmal alles vergeigen und was ist eigentlich der Unterschied zwischen der Verteidigung einer Bachelorarbeit und einem Kolloquium? Dieser Artikel geht diesen Fragen nach und gibt Antworten.

Verteidigung: Warum muss man seine Bachelorarbeit verteidigen?

Den Großteil der Forschungszeit haben Studenten im stillen Kämmerlein damit verbracht, Literaturrecherchen und Forschungsergebnisse zutage zu fördern. In der Welt der Wissenschaft ist es gemeinhin üblich, sich nach einer langen Zeit des Abgetaucht seins der Öffentlichkeit zu stellen und die fertige Arbeit zu verteidigen. Dies sehen jedenfalls die Prüfungsordnungen der allermeisten deutschen Universitäten so vor. Ziel der ganzen Veranstaltung ist es, die Betreuer davon zu überzeugen, dass man das Thema und die Fragestellung der Bachelorarbeit wirklich und tatsächlich verstanden hat. Hierzu präsentiert man die Ergebnisse dem Prüfungskomitee möglichst gekonnt und stellt sich anschließend der kritischen Diskussion.

Die gute Nachricht ist, dass man in der Prüfungsordnung nachschlagen kann, ob sich an der Note noch etwas ändern kann und man die Chance erhält, eine Note auch noch zu verbessern.

Die Bachelorarbeit zu verteidigen bzw. ein Kolloquium abzuhalten, kann übrigens dasselbe sein. Aber Vorsicht: Manchmal findet das Kolloquium auch parallel zur Bachelorarbeit statt und soll es den Studenten ermöglichen, sich über Thema, Fragestellung und Gliederung nicht nur mit dem Betreuer, sondern auch mit Kommilitonen auszutauschen.

Wenn das Kolloquium die mündliche Prüfung bzw. die Verteidigung der Bachelorarbeit darstellt, gibt der Begriff „Kolloquium“ aber einen ersten Fingerzeig darauf, welcher Natur diese – wenn man so will – mündliche Prüfung ist. Ein „Kolloquium“ (zu Deutsch: Unterredung) ist nämlich ein Gespräch unter Experten, also eine Unterredung auf Augenhöhe. Man sollte also tunlichst dafür Sorge tragen, dass man im eigenen Thema hinreichend kompetent ist.

Wie läuft das Kolloquium zur Verteidigung ab?

In der Regel dauert das Kolloquium nicht länger als eine Stunde, wobei die ersten 20 Minuten für den Präsentationsteil reserviert sind und der Rest der Zeit für die sich anschließende Diskussion verwendet wird.

Idealerweise geht man hinreichend gewappnet in die Verteidigung seiner Bachelorarbeit, denn die meisten Fragen des Prüfungskomitees sind absehbar und ergeben sich aus der Bewertung der Bachelorarbeit. Sie könnten in etwa so lauten: „Sie verwenden häufig den Begriff … (Kernbegriff der Arbeit). Könnten Sie ihn näher definieren?“ Oder: „Wir haben im Gutachten angemerkt, dass wir in Ihrer Arbeit … vermissen (Kritikpunkt). Was können Sie zu dieser Kritik sagen?“ Oder aber auch: „Sie haben auf die Theorien von … und … zurückgegriffen. Warum haben Sie nicht auch die Theorie von … herangezogen?“

Sofern man das Gutachten des Betreuers aufmerksam gelesen hat, sollten einen diese Fragen also nicht mehr überraschen, woraus sich ergibt, dass eine gute Vorbereitung schon die halbe Miete ist. Darüber hinaus kann man aber noch mehr tun, um das Kolloquium zum Erfolg werden zu lassen.

Tipp: Präsentation der Bachelorarbeit auswendig lernen

Als Mark Zuckerberg im Jahre 2010 auf einer Computer-Fachmesse von zwei ausgebufften Journalisten zum Thema Datenschutz in die Enge getrieben wurde, geriet dieser so sehr ins Schwitzen, dass er sein T-Shirt wechseln musste und schließlich das Interview abbrach. Diesen Fehler hat Zuckerberg allerdings nur einmal begangen, denn seither bedient er sich eines sehr einfachen Stilmittels, wenn es gilt, öffentlich zu präsentieren – nämlich seinen Text für die Präsentation der Verteidigung einfach auswendig zu lernen.

Zur Vorbereitung auf das Kolloquium übt man also seinen Text so lange, bis man ihn frei sprechen kann. Im besten Fall gewinnt man Freunde oder Familienmitglieder für sich, die die Zeit stoppen und außerdem kontrollieren, dass man auch keine wesentlichen Punkte vergessen hat.

Aber auch während des Kolloquiums kann man noch viele Dinge richtigmachen: Da wäre zum Beispiel ein überzeugendes Auftreten zu nennen. Viele Prüfer stehen darauf, wenn der Absolvent frei sprechen kann. Also sollte man dies, wie bereits empfohlen, üben, üben und nochmals üben. Karteikarten oder Notizen sind übrigens in Ordnung, solange man nicht an ihnen festklebt. Ein selbstsicherer Blickkontakt zum Prüfungskomitee kommt ebenfalls gut an und natürlich sollte man auch auf einen dem Anlass angemessenen Dresscode achten.

Verteidigung – Die Vorbereitung ist alles

Des Weiteren ist es ratsam, sämtliche Rahmenbedingungen des Kolloquiums der Verteidigung im Vorhinein abzuklären. Es mag trivial erscheinen, aber erst am Morgen des Prüfungstages abzufragen, in welchem Raum die Prüfung stattfinden wird, treibt nur unnötige Schweißperlen auf die Stirn. Also regelt man Dinge, wie Uhrzeit, Raum und Technik lange vor dem großen Tag. Dazu gehören auch vermeintliche Kleinigkeiten, wie etwa die Frage, ob der Beamer mit dem eigenen Laptop kompatibel ist und weiter.

Hat man alle diese Vorbereitungen in vorbildhafter Weise arrangiert, kann das Unternehmen „Verteidigung der Bachelorarbeit“ beginnen.

Wie baut man die Präsentation einer Verteidigung auf?

Der beste Start in eine Präsentation bei einer Verteidigung? Man sollte zunächst einmal das Interesse für das eigene Themengebiet wecken. Hierzu schildert man (Vgl. Samac/Prenner/Schwetz (2014), 30) warum einen das gewählte Forschungsthema so fasziniert oder warum es so derartig relevant ist. Der erste Satz der Präsentation darf gern ein Knaller sein, ein spannender Aufhänger oder ein überraschendes Forschungsergebnis (Vgl. Ludwig, (2011), 7).

Dazu konzentriert man sich auf wenige Kernthesen der Arbeit. Denn, ob man es glaubt oder nicht: Die 20 Minuten gehen schneller vorbei, als man denkt. Man mag zunächst annehmen, man kriegt die 20 Minuten niemals mit ausreichend Inhalt gefüllt. Aber hinterher ist es oft so, dass man noch so viel hätte sagen können, die Zeit aber schon um ist. Also empfiehlt es sich, kurz und knackig zu formulieren. Und besonders für einen Vortrag gilt: Schachtelsätze vermeiden und stattdessen einfache Sätze bilden. Außerdem sollte man während des Vortrags auf die Erläuterung von Fachtermini verzichten. Denn, wie wir inzwischen gelernt haben, handelt es sich bei einem Kolloquium um eine Unterredung auf Augenhöhe, was impliziert, dass die Prüfer über die Bedeutung der gängigen Fachtermini im Bilde sind.

Tipps zur Präsentation

Des Weiteren schadet es nicht, wenn man das 1×1 der Präsentationstechnik in groben Zügen verinnerlicht hat. Jedenfalls sollte mit der Einleitung sichergestellt sein, dass die Zuhörer einen fortan an den Lippen hängen. Wichtig ist es, bei alledem zu wissen, dass das Kolloquium eine eigene Prüfungsleistung darstellt. Das heißt, es geht hier nicht darum, den Inhalt der Bachelorarbeit einfach noch einmal herunterzurasseln, nur diesmal mündlich. Vielmehr gibt das Kolloquium dem Studierenden die Chance, die erarbeiteten Forschungsergebnisse auf eine anschauliche Weise oder mit anderen Worten zu erläutern. Aus diesem Grund sollte man sich auch über eine anschauliche Darstellung Gedanken machen. Wäre eine PowerPoint-Präsentation vielleicht sinnvoll? Wenn man sich allerdings für diese Option entscheidet, sollte man für die Folien in der Verteidigung eine gute Formatierung wählen und keine Fehler in die Texten einbauen. Nichts ist peinlicher als Tippfehler, die auch noch für alle sichtbar sind.
Und noch ein letzter Hinweis: Sollte man während des Vortrages überraschenderweise doch einmal den Faden verlieren, kommuniziert man dies ganz offen. Dafür reißt einem niemand den Kopf ab (Zum Ablauf eines Vortrages zur Verteidigung der Bachelorarbeit gibt auch die Universität Stuttgart Hinweise, siehe hier ein Beispiel wie ein Absolvent der Technischen Universität Dresden die Verteidigung angegangen ist).

Wie man sieht, gibt es doch ein paar Vorarbeiten zu erledigen, will man das Kolloquium erfolgreich bestehen. Diese reichen von der Gestaltung des Vortrages selbst sowie von der Antizipation potenzieller Gegenfragen des Prüfungskomitees bis hin zur Abklärung der äußeren Rahmenbedingungen, wie Uhrzeit, Raum und Technik.

Hat man sich all diesen Fragen rechtzeitig und mit dem nötigen Engagement gewidmet, wird ein Erfolg unvermeidbar sein.

Literatur

Samac, Klaus/Prenner, Monika/Schwetz, Herbert (2014): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule, 3. Aufl., Wien.

Ludwig, Johannes (2011): Perfekt Präsentieren – Optimieren in vier Schritten, Berlin.

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Autor:
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