Im Text nach Harvard zitieren | Erklärung & Beispiele

Im Text nach Harvard Methode zitieren
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Je nach Fachgebiet oder Vorgabe deiner Hochschule wirst du dich für einen bestimmten Zitierstil entscheiden und diesen einheitlich in deiner Arbeit verwenden müssen. Die Harvard-Zitierweise ist eine sehr geläufige Zitiermethode, die überdies vor allem bei natur- oder sozialwissenschaftlichen Arbeiten zum Einsatz kommt. Jedes Zitat enthält beim Harvard-Stil im Text die Angabe des Autorennachnamens sowie das Erscheinungsjahr des Werks. Wenn du dich aber mit deiner Referenz auf eine konkrete Textstelle beziehst, musst du ebenfalls die Seitenzahl nennen. Die vollständige Quellenangabe findet dann im Literaturverzeichnis nach Harvard am Ende der Arbeit ihren Platz.

Wie funktioniert das Zitieren in Text nach Harvard-Zitation?

Das wichtigste Merkmal des Harvard-Stils ist, dass er keinerlei Fußnoten verwendet. Alle zitierten Quellen werden jedoch direkt im Text angegeben. Hierfür gibt es – etwa je nach Satzbau oder ob das gesamte Werk genannt wird – jedoch recht unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten.

Wenn du dich beispielsweise auf das Gesamtwerk eines Autors beziehst, musst du nur den Nachnamen des Autors sowie das Erscheinungsjahr des Werks, aber keine Seitenzahlen nennen. Hier würde also etwa die folgende Zitiermöglichkeit für das Zitieren im Harvard-Stil im Text in Frage kommen.

Beispiel:

Zitat eines Gesamtwerks
Abb. 1: Zitat eines Gesamtwerks

Wird der Autor im Text nicht direkt genannt, können auch beide Angaben in einer Klammer stehen.

Beispiel:

Zitat mit beiden Angaben in Klammern
Abb. 2: Zitat mit beiden Angaben in Klammern

Erwähnst du jedoch eine bestimmte Textstelle durch ein direktes oder indirektes Zitat, musst du zusätzlich die Seitenzahl angeben. Das gilt sowohl für Monografien, also auch beispielsweise für Zeitungsartikel nach Harvard.

Beispiel:

Seitenzahl bei indirektem oder direktem Zitat
Abb. 3: Seitenzahl bei indirektem oder direktem Zitat

Beziehst du dich auf zwei aufeinander folgende Seiten, wird dies durch den Vermerk „f.“ ausgedrückt, etwa: (Marx, 1957, S. 111 f.). Möchtest du die Seiten 111-115 zitieren, gibst du dementsprechend an: (Marx, 1957, S. 111-115).

Anhand dieser Beispiele siehst du bereits, wie vielfältig der Harvard-Zitierstil eingesetzt werden kann. Der Lesefluss wird dabei aufgrund der wenigen, knappen Angaben kaum unterbrochen (vgl. Brink 2013: S. 202).

Nach dem Harvard-Stil im Text zitieren: weitere Beispiele

Es gibt viele Spezialfälle, wie man nach dem Harvard-Stil im Text zitiert, von denen wir einige weitere vorstellen wollen:

Der Nachname des Autors muss eindeutig sein. Das bedeutet: Haben zwei Autoren denselben Nachnamen, musst du auch die jeweiligen Anfangsbuchstaben der Vornamen mit angeben.

Waren zwei oder drei Autoren an einem Werk beteiligt, werden beide zitiert:

Beispiel:

Erhardt und Brown (2004) bemerkten in ihrem Forschungsartikel, dass…

Oder indirekt:

Neue Forschungsergebnisse (Erhardt und Brown, 2004) haben gezeigt, dass…

Weitere Forschung (Schmitt, Erhardt und Brown, 2018) kam zu dem Schluss, dass…

Bei vier oder mehr Autoren wird lediglich der erste Name angegeben, danach folgt „et al.“ (vgl. Theisen 2013: S. 163).

Beispiel:

Schmitt et al. (2018, S. 55) stellten fest, dass…

Wenn du dich auf einen Gedanken beziehst, der von demselben Autor in unterschiedlichen Werken erwähnt wurde, wird nach dem folgenden Muster zitiert.

Beispiel:

Wie Erhardt (1984; 1989) bemerkte, …

In den achtziger Jahren (Erhardt, 1984; 1989) wurde gezeigt, …

Tipps zur Zitation nach Harvard im Text

Achtung: Die Zeichensetzung beim Harvard-Stil kann ebenfalls unterschiedlich aussehen (siehe auch die Hinweise der Charité Berlin). Auch werden beispielsweise oftmals die Seitenabkürzungen „S.“ weggelassen. Seite 102 im 2004 erschienenen Werk von Erhardt kann dann ebenfalls folgendermaßen aussehen: (Erhardt 2004: 102). Zu den genauen formalen Vorgaben erkundigst du dich am besten bei deiner Hochschule. Du solltest immer darauf achten, dass deine Angaben komplett sind und dass du eine einheitliche Formatierung einhältst.

In Word gibt es außerdem eine Zitierfunktionalität, mit der du dir die Arbeit erheblich erleichtern kannst. Hier kannst du vorab genau definieren, welche Form das Zitat im Fließtext haben soll. Du legst dann alle Angaben in einer Liste an; Word kümmert sich um den Rest. So können sich keine Fehler einschleichen. Um noch sicherer zu gehen, empfiehlt sich ein Lektorat und Korrekturlesen zu nutzen.

Der Harvard-Zitierstil wird in akademischen Arbeiten häufig verwendet. Er kommt gänzlich ohne Fußnoten aus; es wird direkt im Fließtext zitiert. Die nötigen Angaben sind Autor, Erscheinungsjahr und gegebenenfalls die Seitenzahl.

Literatur

Brink, Alfred (2013): Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten, 5. Aufl. Münster.

Theisen, Manuel René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, 16. Aufl. München.

Weiterführende Literatur:

Eco, Umberto (1993): Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt, 3. Aufl. Heidelberg.

Weber, Daniela (2010): Die erfolgreiche Abschlussarbeit für Dummies, 1. Aufl. Weinheim.

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