BACHELORARBEIT SCHREIBEN | Tipps & Beispiele

Eine Bachelorarbeit schreiben
Inhalt:

Eine Bachelorarbeit schreiben ist die erste große Herausforderung, die man als Student meistern muss. Sie hat meist einen Umfang von circa 30 Seiten (Vgl. z.B. Richtlinien der Georg-August-Univerität Göttingen) und stellt für jeden eine große Herausforderung dar. Dies ist aber kein Grund zum Verzweifeln. Wir haben 10 Tipps zum Schreiben einer Bachelorarbeit zusammengestellt, mit denen man den Abschluss sicher gut meistern kann.

Bachelorarbeit schreiben: Der frühe Vogel fängt die beste Note

Das wichtige zuerst: bitte früh genug mit allem beginnen! Dringend sollte man sich bereits vor Beginn des Schreibprozesses genau über die genauen Abgabetermine sowie die formalen Vorgaben zur Arbeit informieren. Auch die Standards für wissenschaftliches Arbeiten beim Verfassen einer Bachelorarbeit sollte man im Schlaf beherrschen. Informationen dazu findet man meist direkt auf den Seiten der Universität (Beispiel: Georg-August-Universität Göttingen) oder in wissenschaftlicher Literatur zum Thema (Vgl. Samac/Prenner/Schwetz (2014): 25). Anträge beim Prüfungsamt mit Unterschriften des Betreuers und Zweitkorrektors sollte man ebenfalls frühestmöglich einreichen. Arbeitet man gern in der Bibliothek, sollte man darauf achten, sich rechtzeitig ein Carrel zu reservieren, um in Ruhe arbeiten zu können. Dasselbe gilt für die Bestellung, Reservierung und Literaturrecherche.

Der richtige Betreuer für die Bachelorarbeit ist das A und O

Gab es im Studium vielleicht einen besonders kompetenten und sympathischen Professor oder Dozenten? Falls einem jetzt sofort ein Name in den Sinn kommt, sollte man nicht zögern, ihn oder sie nach freien Kapazitäten als Betreuer der Bachelorarbeit zu fragen. Die Wahl des Betreuers ist von hoher Bedeutung (Vgl. Prexl (2016): 69) und die Kapazitäten sind nicht endlos, weshalb man zeitnah auf denjenigen zugehen sollte. Wichtig ist auch, das Forschungsgebiet der verschiedenen Lehrpersonen an der Fakultät zu checken. So kann man eventuell auch gemeinsam an einem geeigneten Thema feilen. Auch der Zweitkorrektor sollte gut gewählt sein, schließlich hat sein Urteil auch zu 50 Prozent Einfluss auf die Abschlussnote der Arbeit.

Ein Zeitplan für die Bachelorarbeit nimmt den Stress

Das Schreiben einer Bachelorarbeit ist für die meisten das erste größere Projekt und viele sind besonders mit der Planung überfordert. Schließlich bleiben nur drei Monate Bearbeitungszeit für die gesamte Arbeit (Vgl. auch hierzu ein Merkblatt der Georg-August-Universität Göttingen). Schnell stellt sich deshalb die Frage: Wie soll ich das alles in der kurzen Zeit schaffen? Doch teilt man sich die zwölf Wochen sinnvoll ein, ist es kein Problem. Ein Zeitplan kann durch Strukturierung den Druck ein wenig lindern. Um sich solch einen Plan anzufertigen, genügt ein großes Blatt Papier, auf dem man sich die unterschiedlichen Arbeitsphasen aufzeichnet – zum Beispiel Themenfindung, Literaturrecherche, Schreibprozess, Lektorat der Bachelorarbeit und Abgabe. So kann man skizzieren, wie viel Zeit für jede einzelne Phase bleibt. Auf diese Weise vermeidet man auch den Fehler, alles ausschließlich nach dem Abgabetermin auszurichten.

Leidenschaft für das Thema der Bachelorarbeit

Oft schreiben Professoren Themen am Lehrstuhl aus und vereinfachen den Studenten auf diese Weise ein Thema zu finden. Was aber, wenn einen das Thema so gar nicht interessiert? In diesem Fall sollte man ehrlich zu sich selbst sein und sich lieber weiter auf die Suche machen. Wichtig ist, dass einem selbst das Thema gefällt und nicht nur dem Betreuer. Auch wenn das selbst gewählte Thema dann vielleicht mehr Aufwand erfordert, sollte man nicht zurückschrecken. Ist der Gegenstand der Thesis nämlich interessant, hat man mehr Spaß und empfindet es am Ende gar nicht mehr als Arbeit, sondern fast schon als Vergnügen. (Vgl. Lück/Henke (2009): 6).

Nach dem Bachelor kommt der Master – oder der Job?

Bei den meisten Studenten ist das Schreiben einer Bachelorarbeit der letzte Schritt vor dem Eintritt ins Berufsleben oder in ein anschließendes Masterstudium mit der unvermeidlichen Masterarbeit. Daher kann man bei Thema, Fragestellung und Gliederung schon einmal überlegen, was man danach machen möchte. So kann man bereits in der Bachelorarbeit einen Themenkomplex behandeln, der auch im späteren Berufsleben eine Rolle spielen wird. Möchte man zum Beispiel in den Bereich Journalismus gehen und studiert, wäre eine Betrachtung der Pressesprache eine gute Möglichkeit, beim zukünftigen Arbeitgeber ein gutes Bild zu hinterlassen. Möchte man in die Wirtschaft ist es vielleicht schlau, die Abschlussarbeit in einem Unternehmen zu schreiben. Der Gedanke an die Zukunft kann außerdem eine zusätzliche Motivation sein.

Trotz allem – es ist „nur“ eine Bachelorarbeit

Natürlich ist die Bachelorarbeit ein wichtiger Schritt im Leben eines jeden Studenten und wird erst einmal das Aushängeschild auf dem Bachelorzeugnis sein. Trotzdem handelt es sich dabei nicht um eine Masterarbeit oder Dissertation. Beim Schreiben einer Bachelorarbeit soll man zeigen, dass man in der Lage ist, wissenschaftlich zu arbeiten. Man muss aber nicht ein komplett neues Forschungsmodell erfinden oder einen bahnbrechenden Beitrag zur wissenschaftlichen Disziplin leisten. Durch die verhältnismäßig geringe Seitenanzahl und die kurze Bearbeitungszeit bietet die Bachelorarbeit ohnehin keinen großen Spielraum für große wissenschaftliche Expeditionen (Vgl.Prexl (2016): 8). Deshalb gilt: nicht zu hohe Ansprüche an sich selbst setzen, die man am Ende aufgrund von Zeitmangel nicht erfüllen kann.

Bibliothek, Café oder zu Hause – den richtigen Arbeitsort finden

Es klingt banal, aber das Setting zum Schreiben einer Abschlussarbeit kann sehr bedeutend für das spätere Ergebnis sein (Vgl. Bensberg/Messer (2014): 99f.). Die Vorlieben sind bei jedem Studenten individuell. Manche mögen es, unter Menschen zu sein und bevorzugen deshalb schon für Hausarbeiten die Bibliothek. Dies kann natürlich auch aufgrund der Verfügbarkeit der Literatur hilfreich sein. Andere holen sich die Bücher lieber nach Hause und fangen das Schreiben einer Bachelorarbeit im Home Office an. Wieder andere mögen eine eher lockere Umgebung und setzen sich in ein Café oder einen Park, um an der Thesis zu arbeiten. Diese Orte variieren aber auch oft in den verschiedenen Phasen der Arbeit.

Austausch mit Kommilitonen

Da die Kommilitonen alle in der gleichen Situation sind, haben sie auch mit ähnlichen Aufgaben und Problemen zu kämpfen. Daher kann es sinnvoll sein, sich regelmäßig untereinander auszutauschen (Vgl. Fischer (2015), Kap. 1.8). Ziel ist es dabei nicht, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Vielmehr dienen solche Treffen der gegenseitigen Motivation und Beruhigung. Darüber hinaus ist auch der Austausch von Arbeitsmaterialien und seltener Literatur ein wichtiger Grund. Zudem darf man nicht vergessen, soziale Kontakte während der anstrengenden Arbeitsphasen aufrecht zu erhalten.

Sich der Schreibblockade beim Schreiben einer Bachelorarbeit stellen

Von allen Studenten gefürchtet ereilt sie den ein oder anderen dann doch mitten im Arbeitsprozess: die Schreibblockade, die verschiedene Gründe haben kann. So ist man beispielsweise gar nicht erst im Stande, zu beginnen oder schreibt Absätze, die keinen Sinn ergeben (Vgl. Prexl (2016): 240). Hat man das Gefühl, nichts geht mehr, ist ein kleiner Spaziergang erst einmal hilfreich. Jedoch sollte man der Arbeit nicht zu lang fernbleiben, da sonst die bekannte Prokrastination droht. Wenn jedoch noch immer keine Inspiration einkehrt, empfiehlt es sich vielleicht, zu einem anderen Teil der Arbeit zu wechseln. Schreibt man gerade an der Einleitung? Dann lieber ein bestimmtes Kapitel aus dem Hauptteil bearbeiten. Es gibt immer einen Weg, im Schreibprozess voranzukommen.

Arbeitsmittel-Check: Laptop und Drucker müssen fit sein

Wer kennt es nicht – man hat eine Hausarbeit in letzter Minute fertig geschrieben, will sie zum Copyshop bringen und drucken und binden lassen und der USB-Stick ist verschwunden? Gut, dann eben selbst ausdrucken – Mist, die Druckerpatrone ist leer! Oder der Klassiker: der Laptop gibt den Geist auf. Für alle diese Fälle sollte man gerüstet sein, indem man zum Beispiel einen Reservelaptop besitzt und seine Arbeit in einer Cloud zwischenspeichert. Außerdem sollten genügend Stifte und ausreichend Druckerpapier vorhanden sein. Muss man während des Schreibprozesses in den nächsten Technikmarkt fahren, geht wichtige Zeit verloren und ein roter Faden ebenfalls. Deshalb ist ein fortwährender Schreibfluss mit guten Arbeitsmitteln immer das erste Ziel (Vgl. May/Corsten 2017: 20ff.).

Kleine Belohnungen zwischendurch – Urlaub und gutes Essen

Sicher, das Schreiben einer Bachelorarbeit ist wichtig und erfordert eine Menge Konzentration und Anstrengung. Doch genau aus dem Grund ist es wichtig, auf sich selbst zu achten. Wie bei einem richtigen Job sollte man auch hier Pausen einlegen und – ganz wichtig – irgendwann Feierabend machen. Denn was nutzt einem eine 24-Stunden-Schicht mit Energy-Drinks, wenn man irgendwann aufgrund von Erschöpfung krank wird? Eine gute Ernährung mit frischen Zutaten und regelmäßiges Trinken (ca. 3l Wasser pro Tag) sind daher von hoher Bedeutung. Also am besten eine Schale frisches Obst und eine große Flasche Wasser neben den Schreibplatz stellen, sodass man immer gleich etwas griffbereit hat. Ein paar freie Tage sollten während der Schreibphase ebenfalls mit eingerechnet werden (Vgl. Wolfsberger(2016): 62f.) Hier kann man mit Freunden und Familie einmal richtig ausspannen.

Literatur

Bensberg, Gabriele/Messer, Jürgen (2014): Survivalguide Bachelor, Berlin/Heidelberg.

Fischer, Simone (2015): Erfolgreiches wissenschaftliches Schreiben, Stuttgart.

Lück, Wolfgang/Henke, Michael (2009): Technik des wissenschaftlichen Arbeitens: Seminararbeit, Diplomarbeit, Dissertation, München.

May, Constantin/Corsten, Martina (2017): Schritt für Schritt zur Bachelorarbeit: Erfolgreich organisieren, recherchieren, präsentieren, München.

Prexl, Lydia (2016): Mit der Literaturübersicht die Bachelorarbeit meistern: für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, München.

Samac, Klaus/Prenner, Monika/Schwetz, Herbert (2014): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule: Ein Lehr- und Lernbuch zur Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, 3. erweiterte Auflage, Wien.

Thiele, Sven (2013): Die Bachelorarbeit: Die wichtigsten Soft Skills für deine Abschlussarbeit. CreateSpace Independent Publishing Platform.

Wolfsberger, Judith (2016): Frei geschrieben: Mut, Freiheit und Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten, Wien/Köln/Weimar.

 

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