Fehler in Bachelorarbeiten und Masterarbeiten

Typische Fehler in der Bachelorarbeit und Masterarbeit
Inhalt:

Die Bachelorarbeit und Masterarbeit ist für Studierende jeweils das Aushängeschild für die folgenden Bewerbungen – ob für einen Job oder einen Masterstudiengang. Umso ärgerlicher, wenn Fehler in Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten auftauchen  Jeder möchte seine Thesis deshalb so gut wie möglich abliefern. Trotzdem schleichen sich immer wieder formale oder auch inhaltliche Fehler ein. Wir zeigen, welche davon am häufigsten vorkommen und welche Möglichkeiten es gibt, um sie zu vermeiden.

Häufigste Fehler: Wissenschaftliche Sicht bei Bachelorarbeit und Masterarbeit

Das wichtigste zuerst: die eigene Meinung hat in einer Abschlussarbeit nur wenig bis gar nichts zu suchen. Folglich sollte man nicht den Fehler in Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten machen und die eigene Sichtweise in der Arbeit ohne Belege darstellen. Wichtig ist es vor allem, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen – auch wenn man noch keine Dissertation schreibt. Dazu können verschiedene Literatur, Quellen, ein Interview, ein Experiment etc. genutzt und miteinander verglichen werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen müssen im Vordergrund stehen (Vgl. Prexl (2016): 34 u. 291).

Oft fehlt der Arbeit auch eine klassische Forschungsfrage, die Fragestellung. Stattdessen liegt der Fokus darauf, so viel Literatur wie möglich in eine Arbeit zu packen. Ein weiterer Fehler in Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten ist die fehlende Verknüpfung der unterschiedlichen Forschungsmeinungen in der Literatur miteinander.
Des weiteren ist es wichtig, sich auf die Literatur und die eigene Forschung zu beziehen und nicht auf nicht belegbare Sachverhalte zu schließen. Die verwendete Literatur und die Forschungsergebnisse sollte man ebenfalls genau hinterfragen (Vgl. Prexl (2016): 34).

Fehler bei Zitaten und im Literaturverzeichnis

Da es sich bei einer Bachelorarbeit und Masterarbeit um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, ist es elementar, den üblichen formalen Standards zum Thema wissenschaftliches Arbeiten genau zu folgen. Besonders häufig treten jedoch formale Probleme beim Zitieren und im Literaturverzeichnis als Fehler in Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten auf. So werden im Literaturverzeichnis auch nicht verwendete Quellen aufgeführt. Oft entstehen auch Fehler beim einheitlichen Zitieren einer Zitierart– egal für welche Art man sich entscheidet, man sollte stets bei einem Zitierschema bleiben. Zudem ist die richtige Anwendung für ein indirektes oder ein direktes Zitat wichtig. Die formalen Vorgaben können sich aber auch noch einmal an den unterschiedlichen Hochschulen unterscheiden, – also vorher bitte genau darüber informieren. (Vgl. Samac 114f.). Sollten sich in der Originalquelle Fehler befinden, ist es wichtig, diese mit „[sic!]“ zu kennzeichnen (Vgl. Samac: 134) und dann trotzdem zu übernehmen!

Fehler in der Gliederung der Bachelorarbeit und Masterarbeit

Die Gliederung ist ebenfalls ein Teil, in den sich oft formale Fehler in Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten einschleichen. Beispielsweise sehen viele Studierende das Literaturverzeichnis als eigenständiges Kapitel an und führen es mit einer Nummerierung in die Gliederung ein. Die Literatur betrachtet man jedoch gesondert von den restlichen Teilen der Arbeit – sie erhält deshalb keine separate Gliederungsnummer. Der Hauptteil der Arbeit muss eine eigenständige Überschrift haben, die zum Thema passt. Sie darf auch nicht einfach nur Hauptteil heißen.

Gern werden auch einzelne Unterpunkte in der Arbeit stehengelassen, die aber neben sich keinen weiteren Punkt besitzen (also z.B. 2.1, obwohl es kein 2.2 gibt). In solch einem Fall sollte man diesen Unterpunkt streichen und in den höher gegliederten Punkt mit einbeziehen. Gliederungspunkte dürfen außerdem auch nie den Titel der Arbeit tragen.

Sprachliche Fehler: Grammatik und Rechtschreibung

Das Beherrschen von Orthografie und Grammatik ist essentiell, um seine Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten in einer Bachelorarbeit unter Beweis zu stellen. Doch häufig sind Fehler in Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten in diesen Bereichen für eine schlechtere Note verantwortlich. Umso ärgerlicher, da es sich dabei meist oft um bloße Flüchtigkeitsfehler handelt. Der Großteil der aktuellen Textverarbeitungssoftwares besitzen glücklicherweise die Option, die Arbeit einer ausführlichen Rechtschreibprüfung zu unterziehen (Vgl. Samac: 63). Auch Kommilitonen oder ein Lektorat einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit kann hierbei behilflich sein .

Lydia Prexl empfiehlt in ihrem wissenschaftlichen Ratgeber „Mit der Literaturübersicht die Bachelorarbeit meistern: für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“, 30 Prozent der Arbeitszeit für das nochmalige Gegenlesen zu reservieren. Dabei geht es vor allem um den roten Faden, Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik (Vgl. Prexl (2016): 80f.). Vorsichtig sollte man außerdem mit Abkürzungen sein, die sich nicht selbst erklären. Sie sind ebenfalls nicht erwünscht (Vgl. Prexl: 290f.).

Schreiben ohne Struktur

Häufig zwingt der Zeitpunkt den Autor einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit dazu, einfach drauflos zu schreiben. Die Folge: der berühmte ‚rote Faden‘ der Arbeit reißt irgendwann ab oder fehlt völlig. Allerdings ist es überaus wichtig, Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Teilen der Arbeit herzustellen (Prexl (2016): 35). Vor dem Schreiben empfiehlt es sich außerdem, eine Gliederung oder Schablone für sich selbst anzufertigen. Diese kann beispielsweise aus Hauptüberschriften, Teilüberschriften und Kernaussagen der einzelnen Absätze bestehen. Diese Teile sollte man vorher planen und dann später im Schreibprozess auffüllen (Vgl. Mayer (2015), 17).

Fehler bei der Abstimmung mit dem Betreuer

Den Betreuer der Bachelorarbeit sucht man sich nicht nur nach seinem Fachgebiet aus, sondern es sollte auch menschlich passen. Anderenfalls kann es dazu kommen, dass man den entsprechenden Dozenten oder Professor zu wenig konsultiert und seine Sprechstunden nicht ausreichend besucht. Auch das Thema sollte der Betreuer voll unterstützen (Vgl. diesen FAZ.net-Artikel), Im Nachhinein kann es dann zu Missverständnissen kommen, die sich in einer schlechteren Bewertung niederschlagen. Der Betreuer wird sich später vielleicht fragen, wieso der Studierende so selten mit seinen Problemen zu ihm gekommen ist. Deshalb ist es unerlässlich, dass die Chemie zwischen Student und Betreuer so gut ist, dass man sich traut, im Zweifel Fragen zu stellen und bestenfalls bereits einen eigenen Lösungsvorschlag in petto zu haben. (Vgl. Prexl (2016): 69).

Kein Backup der Arbeit erstellen

Das Backup der Bachelorarbeit ist extrem wichtig. Speichern kann man die Arbeit auf verschiedene Weise. Eine externe Festplatte leistet hier gute Dienste. Um sicher zu gehen ist es allerdings ratsam, die Arbeit auch in einem Cloud-Speicher, auf einem USB-Stick und/oder auf dem Computer von Freunden oder Familie zu speichern oder eine Sicherungskopie per E-Mail zu versenden. Nichts ist schlimmer als die mühsam verfasste Arbeit durch einen technischen Defekt in den Tiefen des Computers zu verlieren (Mayer (2015): 19).

Fehler in der Planung: Zu spät mit der Bachelorarbeit oder Masterarbeit anfangen

Stress ist in der Schreibphase der Bachelorarbeit das Schlimmste, was einem passieren kann. Viele unterschätzen jedoch die drei Monate Bearbeitungszeit. Dies kann zu einer regelrechten Prokrastination ausarten. Deshalb ist es wichtig, sich Zeitpunkte wie Prüfungstermine im Kalender fest zu markieren (Vgl. diese Tipps von RP Online). Wenn man etwa in der Arbeit auch eine wissenschaftliche Untersuchung, wie z.B. eine Studie plant, sollte man sich, während man auf Ergebnisse wartet, nicht ausruhen. Es gibt immer einen Weg, produktiv zu sein. Außerdem empfiehlt es sich, bei der Zeiteinteilung etwas großzügiger zu rechnen, da spontane Besuche von Verwandten und Bekannten, Liebeskummer, Krankheit oder persönliche Krisen immer vorkommen können und etwas Abwechslung und Zeit dann gut tun (Vgl. Prexl (2016): 80).

Entspannung, Ernährung und Sport vergessen

Viele Studierende vernachlässigen über der Bachelorarbeit die Regel, dass in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohnt. Ganz wichtig: genügend trinken (am besten 3l pro Tag). Auch eine ausgewogene Ernährung spielt eine Rolle. Sport entlastet zudem den Rücken und transportiert Sauerstoff ins Gehirn, um danach wieder voll durchzustarten. Der reservierte Arbeitsplatz in der Bibliothek ist dafür übrigens keine Ausrede – viele Übungen lassen sich bereits direkt am Schreibtisch durchführen (Vgl. Bensberg/Messer (2014): 58ff.).

Es gibt verschiedene Arten von Fehlern in Bachelorarbeiten und Masterarbeiten, die entstehen können. Einmal geht es um formale und wissenschaftliche Fehler und auf der anderen Seite um Dinge abseits des Schreibens wie Arbeitsbedingungen und Zeitmanagement. Beide Bereiche greifen hier ineinander und sollten gleichermaßen berücksichtigt werden. Kontakt zum Betreuer zu halten ist einer der wichtigsten Tipps. Am allerwichtigsten ist es jedoch, auf sich selbst zu achten und neben dem Stress die eigenen Bedürfnisse nicht zu vernachlässigen – denn fühlt man sich körperlich und seelisch gut, klappt es auch mit der Bachelorarbeit.

Literatur

Bensberg, Gabriele/Messer, Jürgen (2014): Survivalguide Bachelor, Berlin/Heidelberg.

Mayer, Philipp (2015): 300 Tipps fürs wissenschaftliche Schreiben, Paderborn.

Prexl, Lydia (2016): Mit der Literaturübersicht die Bachelorarbeit meistern: für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, München.

Samac, Klaus/Prenner, Monika/Schwetz, Herbert (2014): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule: Ein Lehr- und Lernbuch zur Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, 3. erweiterte Auflage, Wien.

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