Zeitmanagement für Bachelorarbeit und Masterarbeit

Zeitmanagement für Bachelorarbeit und Masterarbeit
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Das Zeitmanagement für Bachelorarbeit und Masterarbeit entscheidet oft über den Erfolg! Wer kennt es nicht? Man hat Thema, Titel und Gliederung mit dem Betreuer abgestimmt, eigentlich könnte man mit dem Schreiben loslegen. Doch da steht er nun: Der riesige Arbeitsberg, auf dessen Spitze das fertige Manuskript wartet. Bei der Bachelorarbeit oder Masterarbeit ist dieser Berg besonders hoch. Je nach Fachbereich müssen zum Teil an die 100 Seiten abgeliefert und große Datensätze erhoben und bearbeitet werden. Ein gutes Zeitmanagement hilft beim Bergsteigen!

Frustration vermeiden durch gutes Zeitmanagement

Die Bachelorarbeit oder Masterarbeit ist die größte Arbeit, die während des Studiums zu schreiben ist. Die Seitenzahl ist größer, die Erwartungen entsprechend auch. Um eine gute Note zu bekommen, muss man viel Zeit und Energie investieren. Wichtig ist, dass Zeit und Energie in diesem langen Prozess sinnvoll und effizient verwendet und geplant werden. Nichts hemmt einen Schreibprozess mehr, als das Gefühl, dem Arbeitsberg nicht gerecht werden zu können. So entstehen Denk- und Schreibblockaden und selten haben Betreuer Verständnis dafür.

Wer während des Studiums bereits Haus- und Abschlussarbeiten schreiben musste, weiß, dass Frustration dazu gehört. Böse Zungen sagen, dass das Erlernen von Frustrationstoleranz einen nicht kleinen Teil des Lerneffekts eines solchen Arbeitsprozesses darstellen. Doch man kann mithilfe guter Planung vor und während des Schreibprozesses viel Frustration vermeiden – Zeitmanagement ist das Stichwort.

Zeitmanagement: Zeit reservieren und Pläne machen

Das heißt, dass man seine Zeit gut im Auge behalten sollte. Das gilt auch für die Freizeit! Normalerweise ist der Zeitraum für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit klar durch eine Deadline begrenzt. Verlängerungen sind in Ausnahmefällen zwar möglich, müssen dann aber gut begründet sein. Daher sollte man die zur Verfügung stehende Zeit bestmöglich strukturieren, um das Schreibprojekt nicht zu einem fiesen Schatten werden zu lassen, der einen Tag und Nacht begleitet.
Dazu sollte klar sein: Die Bachelorarbeit oder Masterarbeit ist erstmal nichts anderes, als eine Schreibaufgabe. Zugegeben: eine große. Aber dennoch sollte man nicht den Fehler machen, und ihr mehr Einfluss auf das eigene Leben zugestehen, als nötig. Das geht am besten, indem man ihr klare Zeitslots zuweist.

Genau, wie der Nebenjob oder das Sporttraining klare Zeiten haben, sollte auch die Bachelorarbeit oder Masterarbeit ihren Platz im täglichen Kalender haben (siehe z.B. den Artikel von sueddeutsche.de]. Zeitmanagement ist also eine Aufgabe, die den Schreibprozess begleitet. Effiziente Schreiber managen ihre Schreibzeit und nutzen ihre Ressourcen bestmöglich. Konkrete Pläne helfen dabei.

Grobstruktur im Zeitplan

Dieser Idee folgend haben die täglichen Aufgaben und Termine einen festen Platz in der Agenda. Dazu gehört eben auch das Schreiben! Die grobe Planung besteht also im Vorfeld des eigentlichen Schreibprozesses darin, Ordnung in den Kalender zu bringen. Den Zeitraum der Abschlussarbeit gilt es zudem genau zu überblicken und, nach Möglichkeit, alle Verpflichtungen zeitlich einzuplanen. Nur so können offene Stellen im täglichen Ablauf gefunden und Zeit für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit reserviert werden.

Auch die Freizeit sollte dabei Berücksichtigung finden. Niemandem hilft es, wenn die Schreibzeit alle Erholungs- und Ablenkungszeiten auffrisst. Die Grobstuktur ist also nichts anderes, als das Planen der Schreibzeit. Diese Zeiträume sind dann fix und sollten auch für Freunde und Familie klar sein. So vermeidet man Störungen und erzeugt gleichzeitig eine Verbindlichkeit auch sich selbst gegenüber. Es reicht aber nicht, einfach „Abschlussarbeit“ oder „Schreiben“ in den Kalender zu schreiben.

Detailplanung

Detailplanung ist das Stichwort. Dabei geht es um die Planung der festgelegten Zeitslots. Hierbei ist zu bedenken, dass sich ein Arbeits- und Schreibprozess nicht immer über Monate im Voraus überblicken und planen lässt. Die Zeitplanung sollte also genügend Flexibilität ermöglichen und an zentralen Stellen Zeitpuffer enthalten. Nicht zuletzt deshalb, weil bestimmte Phasen im Arbeitsprozess häufig mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ursprünglich gedacht. Dennoch sollten diese einzelnen Aufgaben vorher identifiziert und dann entsprechend in eure Zeitslots verteilt werden.

Das heißt, dass im Kalender nicht mehr „Abschlussarbeit“ steht, sondern beispielsweise „Text XY zusammenfassen“ oder „Kapitel X beginnen“ (vgl. Frank et al. 2013). Je nach dem, in welcher Phase der gesamten Bachelorarbeit oder Masterarbeit man sich befindet, stehen bestimmte Aufgaben an, die man konkret benennen sollte. Sonst läuft man Gefahr, erneut den riesigen Arbeitsberg zu sehen und das hemmt das Denken! Mit der Detailplanung ist es möglich, den großen Arbeitshaufen in kleine Teile zu zerschneiden, die ganz bestimmte Zeitslots zugewiesen bekommen. So entwickelt sich nach und nach eine Arbeitsroutine, die die Kreativität und Effizienz steigert.

Schreibertypen für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit

All diese Empfehlungen erfordern aber zunächst Klarheit über die eigene Arbeitsweise. Nicht jeder kann auf Knopfdruck druckfertige Sätze produzieren (siehe hierzu auch die Hinweise der PH Freiburg). Manche haben ihre besten Gedanken in den frühen Morgenstunden, andere sind erst nach 19 Uhr wirklich produktiv. Das gilt es zu berücksichtigen, wenn die Zeitplanung funktionieren soll. Daher muss vor der Erstellung eines Zeitplans zunächst die Frage gestellt werden: Wann und wie kann ich am besten arbeiten? Dazu gehören bevorzugte Zeiten genauso, wie ein angenehmes Arbeitsumfeld.

Darüber hinaus spielt der eigene Anspruch eine große Rolle: Perfektionismus ist ein großer Feind im Schreibprozess. Es gibt Menschen, die tatsächlich im ersten Anlauf druckfertige Formulierungen aufs Papier bringen. Das ist aber nicht die Regel! Vielmehr gilt das Prinzip: Write no matter what! („Schreibe, egal was ist!“, vgl. Jensen 2017). Man sollte die eingeplanten Schreibphasen auch tatsächlich Nutzen, um Text zu produzieren. Sich lange mit einzelnen Formulierungen aufzuhalten oder gar direkt zu formatieren kostet Zeit, die die beste Zeitplanung über den Haufen wirft.

Beispielplan für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Der folgende Plan soll eine erste Idee dafür geben, wie die Bachelorarbeit oder Masterarbeit über den gesamten Zeitraum geplant werden kann. Da jede Arbeit sehr individuell ist, ist dies natürlich keine allgemeingültige Vorlage.

Sie zeigt aber, wie größere Arbeitsphasen über einen Zeitraum von sechs Monaten (also ein Semester inklusive vorlesungsfreier Zeit) geplant werden können. „Schreiben“ ist hier eine kontinuierliche Aufgabe, da es sinnvoll sein kann, zwischendurch bereits erste Textbausteine zu erstellen. Zum Schreiben hinzu gesellen sich jedoch Aufgaben wie die Literaturrecherche und das Erarbeiten der Fragestellung und Gliederung in Absprache mit dem Betreuer. Dazu kommen zum Schluss etwa noch das Literaturverzeichnis, die Formatierung und das Lektorat der Bachelorarbeit oder Masterarbeit. Die Detailplanung, ist dann der nächste Schritt.

Beispielplan für eine Abschlussarbeit
Abb. 1: Beispielplan für eine Abschlussarbeit

Ein gutes Zeitmanagement lebt also von einem guten Zusammenspiel von Planung und Flexibilität. Es teilt den riesigen Arbeitsberg in einzelne Etappen und weist der Bachelorarbeit oder Masterarbeit klare Plätze im täglichen Arbeitsablauf zu. Mit ausreichendem Puffer und etwas Disziplin ist die große Abschlussarbeit dann kein Problem, sondern eben genau das: Eine „Arbeit“.

Literatur

Jensen, Jeli (2017): Write No Matter What: Advice for Academics, Chicago.

Frank, Andrea et al. (Hrsg.): Schlüsselkompetenzen: Schreiben in Studium und Beruf, Wiesbaden.

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Autor:
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