Der Hauptteil einer Bachelorarbeit | Wichtige Tipps

Hauptteil schreiben einer Bachelorarbeit Masterarbeit
Inhalt:

Der Hauptteil ist das Herzstück einer Bachelorarbeit und jeder anderen wissenschaftlichen Arbeit und er bereitet vielen Studenten Kopfzerbrechen. Immerhin macht er auch den Großteil der Arbeit und der Schreibarbeit aus. Dennoch sollte man keine Scheu vor diesem Teil des eigenen Werkes haben. Schließlich findet im Hauptteil auch die Beantwortung der wissenschaftlichen Frage statt. Er bestimmt also hauptsächlich über Erfolg oder Misserfolg der Arbeit. Auch bei der Benotung im Rahmen eines Studiums wird das Hauptaugenmerk des Professors, der die Benotung vornimmt, auf dem Hauptteil liegen. Es lohnt sich, sich diesem mit viel Aufmerksamkeit zu widmen. Im Nachfolgenden werden einige der wichtigsten Dinge augezählt, auf die man achten sollte, damit die erfolgreiche Abschlussarbeit nicht am Hauptteil scheitert.

Wozu dient der Hauptteil in einer Bachelorarbeit?

Wenn man sich Gedanken über die ideale Gestaltung des Hauptteiles einer wissenschaftlichen Arbeit macht, dann heißt das in der Regel, das man mit der Arbeit schon recht weit vorangeschritten ist. Man sollte bereits Experte in dem Thema sein, das man behandelt, also eine umfangreiche Recherche gemacht haben. Zudem sollte man auf dieser aufbauend bereits eine Fragestellung entwickelt und idealerweise auch schon eine inhaltliche Gliederung erstellt haben. Anders gesagt: Man hat bereits eine recht gute Vorstellung davon, wie die Arbeit aussehen soll und vielleicht auch schon, auf welches Fazit es hinauslaufen wird.

Der Hauptteil ist der Ort an dem all dieses vorher angesammelte Wissen aufs Papier gebracht werden soll. Der Hauptteil führt vom Problem zur Lösung. Hier müssen die vorliegenden Daten präsentiert werden und die eigenen Argumente logisch verknüpft zur Antwort auf die Fragestellung der Arbeit führen. Je nach Disziplin und auch je nach verwendeten Methoden ist die Gewichtung, welcher Teil des Hauptteils mehr Aufmerksamkeit bekommt, durchaus unterschiedlich. Es lassen sich im Wesentlichen drei Teile identifizieren:

  1. Darstellung des Forschungsstandes
  2. Vorstellung der Methoden
  3. Diskussion der Ergebnisse

Die Länge des ersten Teiles hängt vor allem davon ob, ob es sich um eine Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder gar eine Dissertation handelt. In anderen Worten: Je umfangreicher die Arbeit, desto mehr Zeit wird dieser erste Punkt in Anspruch nehmen.

Der Umfang des zweiten und dritten Teiles hängt besonders vom Fach und der Methode ab. Der Aufbau von Versuchen in Chemie und Physik kann beispielsweise in der Beschreibung aufwendiger sein, als der Aufbau eines Interviews oder einer vergleichenden Literaturanalyse. Dafür wird die Diskussion der Ergebnisse höchstwahrscheinlich eindeutiger und kürzer sein, als die Auswertung der Interviews oder die Interpretation der Literaturanalyse.

Darstellung des Forschungsstandes

Bevor man dazu kommt die Ergebnisse seiner Arbeit zu präsentieren und in einer schlüssigen Argumentationskette darlegt, wie man zu diesen gekommen ist, ist es in den meisten Fällen angebracht, dem Leser erst die Grundlagen zu vermitteln. Denn dieser verfügt ja nicht über das gesammelte Hintergrundwissen über das Thema über die der Verfasser verfügt.

Üblicherweise beginnt man in den ersten Kapiteln der Arbeit also damit, einen Überblick über den Forschungsstand zu geben. Hierbei soll selbstverständlich nicht jede der verwendeten Literaturquellen zusammengefasst werden. Stattdessen ist hier eine präzise Zusammenfassung der relevantesten Informationen und Studienergebnisse, die wichtig für die Fragestellung sind, maßgebend.

Wer also beispielsweise über Konzepte von Staatsbürgerschaft in Südasien schreibt, der sollte durchaus eine kurze Begriffsdefinition und Historie des Konzepts Bürger wiedergeben und sich dabei auf die anerkannte Literatur stützen. Auch die politische Situation des Landes über das man schreibt, wird zum Verständnis der Arbeitsergebnisse gebraucht. Ebenso kann es durchaus wertvoll sein, andere Fallstudien zu einer ähnlichen Problemstellung zu zitieren und deren Ergebnisse kurz anschaulich darzustellen.

Überflüssig hingegen ist es Ergebnisse darzustellen, die zwar für die Expertise des Verfassers interessant, für die Arbeit selbst aber irrelevant sind. Zum Beispiel die Bürgerrechtsbewegung in den USA oder das politische System der Demokratischen Volksrepublik Korea. Die Darstellung des Forschungsstandes kann mit dem Aufbau der Kulisse auf einer Bühne verglichen werden, sie gibt dem Leser den Hintergrund, auf dessen Basis die eigentliche Arbeit in ihren Kontext gesetzt wird.

Vorstellung der Methoden der Bachelorarbeit

Der erste Schritt auf dem Weg zur Darstellung der eigenen Forschungsergebnisse bildet die Vorstellung der verwendeten Methode oder der verwendeten Methoden. Je nach Disziplin, Thema und Fragestellung bieten sich unterschiedliche Methoden an.

Welche Methoden im eigenen Fach üblich sind, sollte man schon während des Studiums lernen. Ratschläge kann man bei Dozenten oder Studenten höherer Semester erhalten. Auch die Webseiten verschiedener Universitäten. Die Ruhr-Universität Bochum bietet z.B. einen Leitfaden an.

Generell gilt: Je nach Umfang der Arbeit sind andere Methoden angebracht. Für eine Hausarbeit ist es zeitlich gar nicht möglich eine empirische Datenerhebung durchzuführen, hier empfiehlt sich eine Literaturanalyse. In der Regel entscheidet man sich für die Methode, mit der man zur Beantwortung seiner Forschungsfragen kommen möchte, bereits in der Vorbereitungsphase. Zumal man gerade Datenerhebungen oder aufwendige Auswertungen von Statistiken logischerweise schon vor der Schreibphase durchführen sollte.

Auf die Darstellung des Forschungsstandes folgt die Vorstellung der verwendeten Methoden. Ebenso, warum man sich für diese Methode entschieden hat und zu welchen Ergebnissen man gekommen ist. Wichtig ist es hierbei alle Arbeitsschritte nachvollziehbar zu beschreiben (vgl. Goeke, Pascal (Hrsg.), 2006: 17f) Es muss sichtbar werden, dass man gründlich und damit wissenschaftlich gearbeitet hat und nicht einfach zufällig auf seine Ergebnisse gestoßen ist.

Wer etwa für eine chemische Arbeit ein Experiment durchgeführt hat, tut das z.B. in Form eines Protokolls. In den Geisteswissenschaften sind es meist empirische Erhebungen, etwa Umfragen oder ein strukturiertes Interview. Hier werden bei qualitativen Ansätzen Fragen und beispielhaft Interviewverläufe protokolliert (vgl. Lamprecht, M., Stamm, H. und Ruschetti, P. (1992): 21ff). Bei quantitativen Verfahren können die Ergebnisse in Schnittmengen angegeben werden.

Argumente strukturieren

Nachdem man seine Methode beschrieben hat, kann man zum „eigentlichen“ Hauptteil kommen: Der Diskussion der Ergebnisse. Es ist unerlässlich zu erklären, wie die Ergebnisse die eigene Fragestellung beantworten und die gestellten Hypothesen unterstützen oder widerlegen. Eine klare Struktur ist auch hier maßgebend. Es sollte für den Leser nachvollziehbar sein, über welche Gedankengänge der Verfasser zu seinem späteren Fazit gekommen ist.

Auseinandersetzung mit Ergebnissen

Es ist wichtig sich hier kritisch mit den eigenen Ergebnissen auseinanderzusetzen. Ziel beim Thema wissenschaftliches Arbeiten ist es nicht Recht zu behalten und einen Punkt unbedingt beweisen zu wollen, das Ziel ist es eine objektive und logische Antwort auf eine Frage zu finden. Gerade bei geisteswissenschaftlichen Disziplinen ist das nicht immer einfach.

Wer über den Einfluss der englischen Politik der Frühen Neuzeit auf Shakespeares Schaffen schreibt, der kann die betreffenden Personen nicht mehr fragen und muss aus historischen Quellen und den Werken Shakespeares Anhaltspunkte ziehen, inwiefern solche Einflüsse vorliegen und wie sie sich gestalten. Anders gesagt, er muss interpretieren und diese Interpretationen dann aber auch auf Grundlage seiner Literaturanalyse gut begründen können. Dieser Teil des Hauptteiles lebt alleine von der eigenständigen kreativen Leistung des Verfassers.

Reflektieren der Inhalte des Hauptteils

Es empfiehlt sich darum, sich über die Diskussion seiner Ergebnisse viele Gedanken zu machen. Hier wird die eingangs gestellte wissenschaftliche Frage beantwortet oder es wird dargelegt, warum eine Antwort nicht möglich ist. Das ist auch methodenabhängig. Bei einer qualitativen Datenerhebung beispielsweise ist es schwer Auswertung der Daten und Interpretation zu trennen. Da man meist sehr umfangreichen Gesprächs- oder auch Beobachtungsprotokolle hat, die man kürzen und zusammenzufassen muss, nimmt man bereits Interpretationen vorweg. Zum Beispiel dadurch, dass man entscheidet was relevant ist und was nicht. (Lamprecht, M., Stamm, H. und Ruschetti, P. (1992): 104-105)

Weitere Hilfestellung dazu findet man oft auf den Internetseiten seiner Fakultät oder der Fakultäten anderer Universitäten, beispielsweise der Technischen Universität Chemnitz. Zudem sollte man darauf achten, dass man auch Hinweise aus dem späteren Lektorat und Korrekturlesen aufnimmt.

Struktur ist also das A und O eines gut geschriebenen Hauptteils. Den Leser zuerst über den Stand der wissenschaftlichen Forschung im Bezug auf das Thema der Arbeit informieren, ihn danach mitnehmen auf eine Reise durch die angewandten Methoden, bis hin zum Ziel der Reise: der Diskussion der Ergebnisse. Wer es schafft auf dieser Reise stets einen Roten Faden beizubehalten, der nicht nur die unterschiedlichen Teile des Hauptteiles, sondern auch selbigen mit der Einleitung und dem Fazit verbindet, der kann der Abgabe mit Zuversicht entgegen blicken.

Literatur

Lamprecht, Markus/ Stamm, Hanspeter/Ruschetti, Paul (1992): Wissenschaftliches Arbeiten : ein Leitfaden für Diplom- und Semesterarbeiten, Zürich.

Goeke, Pascal (Hrsg.) (2006), Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens: Ein verbindlicher Leitfaden und Ratgeber für Studierende der Geographie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Institut für Humangeographie, Frankfurt am Main.

Folgende Artikel könnten Dir auch noch gefallen
Autor:
Blogverzeichnis - Bloggerei.de