Fazit einer Bachelorarbeit schreiben | eine Anleitung

Fazit schreiben für eine Bachelorarbeit
Inhalt:

Das Fazit einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit ist ein Textteil, der häufig für Verwirrung bei Studenten sorgt. Offensichtlich ist es das Ende einer Arbeit. Doch wie soll man den Schluss gestalten? Und gibt es Unterschiede zwischen einem Fazit, Schluss, Resümee und Ausblick? In diesem Artikel bekommt man Antworten auf diese Fragen sowie Tipps, wie man ein optimales Fazit gestalten kann.

Was ist der Inhalt im Fazit einer Bachelorarbeit?

Das Fazit ist der letzte Textteil einer akademischen Arbeit. Grob kann man diese in Einleitung, Hauptteil und Fazit einteilen. Weitere Teile, wie die Gliederung, Verzeichnisse, und so weiter, sind keine Textteile. Das Fazit einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit beinhaltet die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit. Alle passen wohl nicht in den Schlussteil, deswegen muss man sie sorgfältig selektieren (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 155) und beim Lektorat der Bachelorarbeit oder Masterarbeit noch einmal genau schauen, ob ein roter Faden auch nicht fehlt. Eine Plagiatsprüfung gibt Sicherheit bezüglich der richtigen Verwendung für ein indirektes oder direktes Zitat.

Gleich zu Beginn ist festzuhalten, dass es sich beim Fazit einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit um keine bloße Zusammenfassung der Arbeit handelt. Dies wäre zu wenig, ist aber gleichzeitig der häufigste Fehler, den viele beim Schreiben des Fazits machen. Der Unterschied zwischen Fazit und Resümee kommt weiter unten in diesem Artikel noch genauer zur Sprache.

Den Platz gut nutzen

In der Regel sagt man, dass das Fazit einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit (Vgl. Prüfungshinweise der Ludwig-Maximilians-Universität München) – wie die Einleitung – rund fünf Prozent der gesamten Arbeit ausmachen soll. Eine Thesis umfasst in den meisten Disziplinen 30 Seiten und nach Adam Riese ist der optimale Schlussteil eineinhalb Seiten lang.

Anders als bei der Einleitung, prüfen die Betreuer diese Regel beim Fazit einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit nicht sehr streng. Wenn das Fazit also zwei oder zweieinhalb Seiten beträgt, ist das auch nicht schlimm (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 156f).

Theoretische Abschlussarbeiten

Aufgrund der begrenzten Länge, sollte man in erster Linie die selbst erbrachten Erkenntnisse im Fazit einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit platzieren. Je nach Struktur der Arbeit – rein theoretisch oder mit einem praktischen Teil – sind die Ergebnisse anders geartet. Besteht die Arbeit lediglich aus einem Theorieteil, dann kann nur die Arbeit mit der Literatur und der Literaturrecherche oder anderen Quellen Erkenntnisse bringen.

Bei so einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit kann der Student selbst nicht besonders viel Neues erarbeiten. In diesem Fall kann man vor allem die sekundäre Literatur auf die Fragestellung bzw. Forschungsfrage beziehen. Und dann war es das auch schon. Diese Leistung, sprich die Verknüpfung von Literatur und Forschungsfrage/Hypothese, ist im Fazit kurz und knapp zu wiederholen (vgl. Bänsch/Alewell 2013: 4, zu den sprachlichen Mitteln siehe die Hinweise der Pädagogischen Hochschule Freiburg).

Praktische Abschlussarbeiten

Das Schreiben eines Fazits für Arbeiten, die einen praktischen Teil enthalten, bieten deutlich mehr Möglichkeiten die eigene Leistung zu präsentieren. Einerseits kann man die Methode beschreiben, die man genutzt hat, um zum Ergebnis zu kommen.

Andererseits kann man das Experiment oder die empirische Untersuchung noch einmal wiedergeben. Dies umfasst die Vorbereitung, Durchführung und Analyse der Praxis. Tabellen oder Grafiken zu erstellen, die das Ergebnis der Hauptkapitel in knapper Form wiedergeben, sind ausdrücklich erwünscht (vgl. Bänsch/Alewell 2013: 77).

Mut zur Selbstkritik

Das Fazit einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit dient nicht nur – auch wenn es klug ist dies vordergründig zu betreiben – dem Selbstlob. Ein weiterer und wichtiger Teil des Schlussteils ist die Selbstkritik. Es gehört zu einem optimalen Fazit, dass man sich die Frage stellt, was im Zuge der Arbeit schiefgelaufen ist. Was hätte man besser machen können? War die Methode richtig?

War die Forschungsfrage vielleicht zu ungenau gestellt, zu einfach oder zu komplex? Diese und ähnliche Aspekte sollte man hinterfragen und bei Bedarf ansprechen. Der ehrliche Umgang mit der Arbeit bringt nicht nur Pluspunkte beim Dozenten, sondern verhilft dem Studenten auch beim akademischen Wachstumsprozess (vgl. Andermann/Drees/Götz 2006: 87).

Unterschiede: Fazit, Schluss, Resümee, Ausblick in der Bachelorarbeit

Ähnliche Begriffe rund um das Thema Textschluss stiften seit jeher Verwirrung bei Studenten. Hier die Aufklärung. Wenn man liest, dass man einen Schlussteil (Schluss) schreiben soll, dann ist dies ein Synonym für das Ende der Arbeit. Es ist einfach nur der letzte Teil der Arbeit gemeint, und der Begriff Schluss definiert keine inhaltlichen Vorgaben.

Manchmal verlangt ein Prüfer am Ende der Arbeit ein Resümee. Dies passiert eher selten, ist aber in manchen Disziplinen durchaus gängig. Vor allem in Disziplinen, in denen die Themen wenig Eigenleistung erlauben. Ein Beispiel hierfür ist das Studienfach Jura. Resümee bedeutet nichts anderes als Zusammenfassung (vgl. Gruber/Huemer/Rheindorf 2009: 24ff).

Der Begriff Fazit bezeichnet das abschließende Kapitel einer akademischen Arbeit. Wie oben bereits beschrieben, ist es kein bloßes Resümee. Es enthält eine eigene Leistung, es beantwortet die Forschungsfrage und es thematisiert den Arbeitsprozess kritisch. Des Weiteren verlangen Prüfer häufig, dass das Fazit einen Ausblick enthält.

Der Ausblick, als ein Teil des Fazits, behandelt mögliche weitere Schritte. Hier kann man festhalten, welche Fragen nicht beantwortet wurden oder welche vielleicht neu entstanden sind. Es geht darum eine Brücke zu schlagen, zu einer möglichen folgenden Arbeit. Denkbar ist auch, dass ein anderer Student die Arbeit an einer Forschungsfrage weiterführt (vgl. Gruber/Huemer/Rheindorf 2009: 24ff).

Kurztipps

Tipps:

  1. Die Länge beachten
  2. Keine simple Zusammenfassung der recherchierten Literatur schreiben
  3. Den Fokus auf die selbst erbrachte Leistung legen
  4. Die eigene Arbeit ehrlich beurteilen und Selbstkritik betreiben
  5. Sich den Unterschied zwischen Fazit, Resümee und Ausblick klarmachen

Tab. 1: Tipps, um ein optimales Fazit zu schreiben

Das Fazit einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit ist als ein Textteil zu sehen, in dem man die eigenständig erbrachte Leistung noch einmal präsentiert. Das selbständige Erarbeiten von Erkenntnissen ist der wichtigste Aspekt einer Abschlussarbeit. Man die Chance, die eigene Leistung ins rechte Licht zu stellen. Es gilt, die vorigen Hauptkapitel möglichst produktiv aussehen zu lassen.

Literatur

Andermann, Ulrich/Drees, Martin/Götz, Frank (2006): Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten?, 3. Aufl., Mannheim.

Bänsch, Axel/Alewell, Dorothea (2013): Wissenschaftliches Arbeiten, 11. Aufl., München.

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2002): Von der Idee zum Text – Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben, Paderborn.

Gruber, Helmut/Huemer, Birgit/Rheindorf, Markus (2009): Wissenschaftliches Arbeiten – Ein Praxisbuch für Studierende, Wien.

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