Die Gliederung einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Die Gliederung einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit
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Mit Hilfe der Gliederung einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit kann man eine erste Struktur in den Text bringen. Dieser Aufbau besteht lediglich aus Überschriften und Seitenzahlen wenn ein Inhaltsverzeichnis daraus geworden ist. Die knappe Form verleitet manch einen Studenten dazu, die Arbeit hinter einer guten Gliederung zu unterschätzen. Wie sie auszusehen hat, wird in diesem Artikel verraten.

Wozu eine Gliederung in der Bachelorarbeit und Masterarbeit?

Es gibt mehrere Gründe, weshalb es sinnvoll ist, eine Gliederung zu erstellen. Sie ist nicht nur deshalb verpflichtend vor dem Textteil zu platzieren, damit ersichtlich ist, welchen Inhalt die Arbeit hat. Allerdings ist diese leicht erkennbare Funktion des Verzeichnisses der Hauptgrund, weshalb Professoren ihre Studenten hiermit quälen (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 115f). Zu recht, denn eine Gliederung zu erstellen, ist für eine Bachelorarbeit genau so wichtig wie für eine Dissertation.

Der Leser wird dankbar sein

Eine Gliederung (Siehe der Leitfaden der Universität Trier) ist schlichtweg bequem für jeden Leser. Wenn man auf ein oder zwei Seiten kompakt vor sich hat, was einen erwartet, kann man sich besser darauf einstellen. Der Überblick über die gesamte Arbeit vereinfacht es, einen Bezug zu dieser herzustellen. Nach Belieben und bequem kann man diejenigen Textteile lesen, die einen locken.

Man kann selektieren, welchen Themenbereich man zuerst liest und welchen man später durcharbeiten will. Kurzgesagt: Der größte Vorteil der Gliederung als Inhaltsverzeichnis ist, dass sie dem Leser das Suchen und Blättern in einer akademischen Arbeit erspart (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2002: 115f).

Erleichterung der eigenen Arbeit

Beim Verfassen einer Gliederung einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit sollte man aber nicht vergessen, dass sie auch einem selbst das Leben deutlich vereinfacht. Das Schreiben einer Thesis ist schon mit einer gut überlegten Struktur schwierig genug.

Ohne einen Aufbau, an dem man sich entlanghantelt, um die Forschungsfrage zu beantworten, ist das Schreiben kaum denkbar. Viel zu chaotisch und nicht zielführend wäre die Arbeit an der Abschlussarbeit, würde man die zu behandelnden Themen nicht ordnen (vgl. Bänsch/Alewell 2013: 12ff).

„Inhalt“ der Gliederung einer Bachelorarbeit oder Masterrabeit

Einen richtigen Inhalt hat die Gliederung einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit (Siehe hierzu die Hinweise der Universität Koblenz-Landau) im klassischen Sinne nicht, da sie aus Stichwörtern und Überschriften besteht. Das heißt aber nicht, dass es keine Vorgaben gibt, wie eine Aufteilung der Thesis auszusehen hat. Grundlegend wichtig ist, dass der Aufbau logisch ist.

Dass die Gliederung Aspekte wie die Einleitung, das Fazit und Verzeichnisse für Tabellen, Bilder und so weiter abdeckt, ist klar. Wie das formal genau aussehen kann, wird später in diesem Artikel noch präsentiert. Jetzt soll es eher um die Inhalte der Hauptkapitel gehen, beziehungsweise wie diese zu sortieren sind (vgl. Bänsch/Alewell 2013: 12ff).

Am besten ist es, wenn man sich überlegt, welche Unterthemen in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit vorhanden sind. Die gröbste und einfachste Unterteilung ist jene in einen Teil mit der Theorie und in einen praktischen Teil. Dies gilt natürlich nur, sofern ein praktischer Teil vorhanden ist. Wie unterteilt man nun weiter?

Hilfreich ist es, sich auf einem Blatt Papier zu notieren, welche groben Themen in der Theorie zu behandeln sind. Das primäre Ziel, nämlich die Beantwortung der Forschungsfrage, sollte man hierbei nie aus den Augen verlieren. Führt man, zum Beispiel, einen Vergleich zweier Charaktere aus einem Klassiker der Literatur durch, dann könnte man wie folgt gliedern (vgl. Andermann/Drees/Götz 2006: 87ff).

Aufteilung in immer präzisere Ebenen

Ein Kapitel widmet man der einen Figur, das zweite der zweiten, das dritte einem direkten Vergleich. Es sind aber noch viele weitere Schwerpunkte für mögliche Kapitel in diesem Beispiel denkbar. Beispielsweise: Erklärung der verwendeten Methode (um die Forschungsfrage beantworten zu können), Probleme im Zuge der Untersuchung, und vieles Ähnliches mehr.

Ähnlich kann man beim praktischen Teil vorgehen. Hier ist es denkbar, ein Experiment nach den Phasen der Durchführung aufzuteilen. Auch bei einer empirischen Untersuchung könnte man diese in die Vorbereitung, Durchführung, Nacharbeit, Erkenntnisse, und so weiter aufteilen (vgl. Ahrens 2014: 24ff).

Diese thematische Gliederung einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit kann man als Schablone für die Erstellung der ersten Ebene an Kapiteln verwenden. Auf die gleiche Art, sprich systematisch und logisch, teilt man diese primären Kapitel in weitere, noch kleinere Ebenen auf.

Das klingt zwar etwas kompliziert, wenn man noch nie eine Gliederung erstellt hat. Tatsächlich ist es aber ganz einfach, wenn man die notwendige Vorarbeit leistet. Diese ist leicht zu definieren. Sie besteht lediglich aus einem Aspekt, nämlich einer exzessiven und gründlichen Recherche der Literatur zum jeweiligen Thema (vgl. Ahrens 2014: 24ff). Ein Vorteil ist, dass sie jegliches Lektorat der Bachelorarbeit oder einer anderen Abschlussarbeit danach sehr erleichtert, weil sich jeder Leser besser in der Arbeit zurechtfindet.

Arten und Beispiele

Prinzipiell unterscheidet man zwischen zwei Arten der Gliederung einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit, nämlich der dezimalen und der alphanumerischen Gliederung. Der dezimale Aufbau einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit kommt deutlich häufiger vor und ist Standard in den meisten Disziplinen. Die alphanumerische Gliederung kommt seltener vor, da sie weniger übersichtlich ist. Trotzdem gibt es noch immer Prüfer, welche auf die alphanumerische Variante bestehen (vgl. Andermann/Drees/Götz 2006: 85ff).

Beispiel für eine dezimale Gliederung

1. Einleitung S. 03
2. Allgemeine Pädagogik S. 05
2.1 Geschichte der Pädagogik S. 06
2.1.1 Mittelalter S. 12
2.1.2 Aufklärung S. 19
2.2 Erziehung S. 25
2.2.1 Erziehungsziele S. 29
2.2.2 Erziehungsmittel S. 35
3. Schulpädagogik S. 41
3.1 Didaktische Modelle S. 59
3.1.1 Bildungstheoretische Didaktik S. 68
3.1.2 Lerntheoretische Didaktik S. 75
3.2 Schulsystem S. 82
3.2.1 Dreigliedriges Schulsystem S. 87
3.2.2 Gesamtschule S. 92
4. Zusammenfassung S. 99

(vgl. Martens 2017)

Beispiel für eine alphanumerische Gliederung

I. Einleitung S. 03
II. Allgemeine Pädagogik S. 05
1. Geschichte der Pädagogik S. 06
a) Mittelalter S. 12
b) Aufklärung S. 19
2. Erziehung S. 25
a) Erziehungsziele S. 29
b) Erziehungsmittel S. 35
III. Schulpädagogik S. 41
1. Didaktische Modelle S. 59
a) Bildungstheoretische Didaktik S. 68
b) Lerntheoretische Didaktik S. 75
2. Schulsystem S. 82
a) Dreigliedriges Schulsystem S. 87
b) Gesamtschule S. 92
IV. Zusammenfassung S. 99

(vgl. Hinweise der Fachhochschule Kiel)

Kurztipps und Fazit

Tipps:

  1. Die Gliederung nichtsdestotrotz aus dem Blickwinkel des Lesers verfassen
  2. Zur Vorbereitung dann die notwendige Literatur lesen
  3. Zuerst die groben Überthemen festlegen
  4. Die Überthemen anschließend strukturiert in tiefere Ebenen aufgliedern
  5. Schließlich prüfen, welche der beiden Arten von Gliederung man verwenden will

Tab. 1: Tipps, um eine optimale Gliederung zu schreiben

Das Schreiben der Gliederung einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit überfordert unter dem Strich so manch einen Studenten. Auf den ersten Blick ist sie ganz einfach, auf den zweiten hingegen sehr komplex. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Am wichtigsten ist, wie so häufig, dass man freilich vorbereitend gründlich in der Literatur forscht. Mit diesem Vorwissen strukturiert sich die Arbeit dann wie von selbst.

Literatur

Ahrens, Volker (2014): Abschlussarbeiten richtig gliedern, Zürich.

Andermann, Ulrich/Drees, Martin/Götz, Frank (2006): Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten?, 3. Aufl., Mannheim.

Bänsch, Axel/Alewell, Dorothea (2013): Wissenschaftliches Arbeiten, 11. Aufl., München.

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2002): Von der Idee zum Text – Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben, Paderborn.

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